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Die drei Teile der MPU: Medizin, Psychologie und Leistungstest – Ihr Weg zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis

October 06, 20255 min read

MAPRO und der Bericht von Fastenmeier & Söllner (2023) weisen darauf hin, dass trotz Legalisierung die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit genau beobachtet werden müssen und die MPU-Anforderungen an den Cannabiskonsum weiterhin streng sind.

Die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) regelt die Voraussetzungen für die Erteilung und den Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) ist für viele Betroffene ein entscheidender Schritt auf dem Weg zurück zur Fahrerlaubnis.

Sie dient dazu, die Fahreignung nach schwerwiegenden Verkehrsverstößen, wie Alkohol- oder Drogenfahrten, aber auch bei wiederholten Auffälligkeiten im Straßenverkehr, umfassend zu überprüfen.

Entgegen weit verbreiteter Mythen ist die MPU keine willkürliche Bestrafung, sondern ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten soll (Bundesanstalt für Straßenwesen [BASt], 2022).

Die MPU gliedert sich dabei in drei zentrale Bereiche: den medizinischen Teil, den psychologischen Teil und den Leistungstest. Jeder dieser Bereiche beleuchtet unterschiedliche Aspekte der Fahreignung und trägt dazu bei, ein Gesamtbild der individuellen Voraussetzungen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu erstellen.

MAPRO GmbH versteht die Komplexität dieses Prozesses und begleitet dich professionell durch jede Phase der MPU. Unser Ziel ist es, dich optimal vorzubereiten und dir zu helfen, deine Fahreignung glaubwürdig und nachhaltig nachzuweisen.

Eine fundierte Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg, denn die MPU erfordert nicht nur die Kenntnis der eigenen Fehler, sondern auch die Entwicklung stabiler Verhaltensänderungen.

Der medizinische Teil: Körperliche Voraussetzungen und Abstinenznachweise

Der medizinische Teil der MPU konzentriert sich auf die körperliche Verfassung des Probanden und mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, die die Fahreignung beeinflussen könnten. Bei Delikten im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen stehen hier insbesondere die Fragen nach Abhängigkeit, Missbrauch und dem Nachweis einer stabilen Abstinenz im Vordergrund.

Die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) legen hierfür klare Kriterien fest (BASt, 2022, S. 34ff.). Ein Arzt oder eine Ärztin führt eine körperliche Untersuchung durch und befragt den Probanden ausführlich zu seiner Krankengeschichte, Medikamenteneinnahme und zum Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten.

Bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogenproblematik sind in der Regel Abstinenznachweise erforderlich. Diese können durch Haaranalysen oder Blut-/Urinscreenings über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten erbracht werden.

Die Länge des geforderten Abstinenzzeitraums hängt von der Schwere des Delikts und der individuellen Vorgeschichte ab. Ein Abstinenznachweis ist ein wesentlicher Bestandteil, um die Fahreignung wiederherzustellen und die Glaubwürdigkeit der Verhaltensänderung zu untermauern.

Besonders relevant ist dies im Kontext der aktuellen Rechtslage zu Cannabis. Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland durch das Cannabisgesetz (CanG) im Jahr 2024 hat zwar den Umgang mit der Substanz verändert, jedoch bleiben die Anforderungen an die Fahreignung bestehen.

Wer unter dem Einfluss von Cannabis ein Fahrzeug führt, riskiert weiterhin seinen Führerschein. Die Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) Entzug der Fahrerlaubnis und bildet die rechtliche Grundlage für die MPU (FeV, 2024, § 13).

Der psychologische Teil: Verhaltensanalyse und Risikobereitschaft

Der psychologische Teil ist das Herzstück der MPU. Er zielt darauf ab, die Ursachen für das frühere Fehlverhalten zu ergründen und einzuschätzen, ob eine stabile Verhaltensänderung stattgefunden hat. Eine Verkehrspsychologin führt dazu ein ausführliches Explorationsgespräch.

Darin werden die Hintergründe der Auffälligkeiten, die persönliche Entwicklung, die aktuelle Lebenssituation und die Einstellung zum Straßenverkehr thematisiert. Wichtig ist, das frühere Verhalten nicht zu rechtfertigen, sondern dich kritisch damit auseinanderzusetzen und glaubhaft darzulegen, dass sich Risikobereitschaft und Verantwortungsbewusstsein positiv entwickelt haben (vgl. BASt, 2022, S. 50 ff.).

Besonders bedeutsam sind die Reflexion der eigenen Motive und die Entwicklung von Strategien zur Vermeidung künftiger Delikte. Bei Alkohol- oder Drogenauffälligkeiten wird beispielsweise besprochen, welche Rolle der Konsum im Leben gespielt hat, welche Auslöser es gab und welche Maßnahmen ergriffen wurden, um Rückfälle zu verhindern.

Die psychologische Begutachtung berücksichtigt auch Erkenntnisse aus der Verkehrspsychologie, die zeigen, wie Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale das Fahrverhalten beeinflussen (vgl. DGVP). Im Zusammenhang mit der Cannabis-Legalisierung hebt der Bericht von Fastenmeier & Söllner (2023) hervor, wie wichtig es ist, individuelle Risikofaktoren im Umgang mit psychoaktiven Substanzen zu erkennen und präventive Maßnahmen einzuleiten.

Entscheidend für ein positives Gutachten sind die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. MAPRO GmbH bereitet gezielt auf dieses Gespräch vor: Gemeinsam analysieren wir die individuelle Situation, decken Verhaltensmuster auf und erarbeiten konstruktive Lösungsansätze.

Wir unterstützen dabei, Einsichten und Veränderungen überzeugend darzustellen und die psychologischen Anforderungen der MPU erfolgreich zu erfüllen.

Der Leistungstest: Kognitive Fähigkeiten und Reaktionsvermögen

Der Leistungstest überprüft die kognitiven Fähigkeiten, die für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr unerlässlich sind. Dazu gehören unter anderem die Konzentrationsfähigkeit, die Aufmerksamkeitsleistung, die Reaktionsfähigkeit und die Wahrnehmung.

Diese Tests werden in der Regel am Computer durchgeführt und sind standardisiert, um eine objektive Beurteilung zu gewährleisten. Sie sind darauf ausgelegt, die Leistungsfähigkeit unter Stressbedingungen zu simulieren und mögliche Defizite aufzudecken, die die Fahreignung beeinträchtigen könnten (BASt, 2022, S. 65ff.).

Einige Beispiele für solche Tests sind: der Reaktionstest, bei dem es darum geht, auf optische oder akustische Reize schnell und präzise zu reagieren; der Konzentrationstest, der die Fähigkeit misst, über einen längeren Zeitraum aufmerksam zu bleiben und relevante Informationen zu filtern; und der Wahrnehmungstest, der die Fähigkeit zur schnellen und korrekten Erfassung komplexer Verkehrssituationen prüft.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Tests keine Intelligenztests sind, sondern spezifische verkehrsrelevante Fähigkeiten messen. Eine gute Vorbereitung kann hier helfen, die anfängliche Nervosität zu überwinden und die eigene Leistungsfähigkeit optimal abzurufen.

Die Ergebnisse des Leistungstests werden zusammen mit den Erkenntnissen aus dem medizinischen und psychologischen Teil zu einem Gesamtbild zusammengeführt. Sollten im Leistungstest Defizite festgestellt werden, können diese in der Regel durch gezieltes Training verbessert werden.

MAPRO GmbH bietet dir auch hierfür Unterstützung und bereitet dich mit speziellen Übungsprogrammen auf die Anforderungen des Leistungstests vor, damit du deine volle Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen kannst.

Quellenverzeichnis:

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). (2022). Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung. Bergisch Gladbach: BASt.

https://www.bast.de/DE/Themen/Sicherheit/U1-BLL/BLL-Download.html

Cannabisgesetz (CanG). (2024). Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 109.

https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2024/109/VO.html

Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP).

http://www.dgvp-verkehrspsychologie.de/

Fastenmeier, W. & Söllner, M. (2023). Die Legalisierung von Cannabis - Auswirkungen auf Verkehrssicherheit. Bericht der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie.

https://www.dgvp-verkehrspsychologie.de/wp-content/uploads/2023/07/Empfehlungen_DGVP_Cannabislegalisierung.pdf

Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). (2024). Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 108.

https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2024/108/VO

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