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    MPU-Verjährung 2026: Führerschein zurück ohne MPU?

    Die umgangssprachliche "MPU-Verjährung" ist juristisch betrachtet die Tilgung von Eintragungen im Fahreignungsregister nach §29 StVG. Erst wenn diese Tilgungsfrist vollständig abgelaufen ist, kann die Fahrerlaubnisbehörde auf ein MPU-Gutachten verzichten.

    In diesem Artikel erfährst du:

    • Warum die MPU im juristischen Sinn gar nicht verjährt
    • Welche Tilgungsfristen (5, 10 oder 15 Jahre) für dich gelten
    • Wann die Frist rechtlich überhaupt erst zu laufen beginnt
    • Warum du die 1-jährige Überliegefrist beachten musst
    • Welche 3 Wege dich jetzt am schnellsten zum Führerschein führen

    Was bedeutet MPU-Verjährung rechtlich?

    Im deutschen Verkehrsrecht existiert der Begriff der Verjährung für eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) nicht. Eine MPU-Anordnung selbst ist ein reiner Verwaltungsakt und unterliegt keinen Verjährungsfristen. Stattdessen regelt das Straßenverkehrsgesetz (StVG) die Tilgung von Eintragungen im Fahreignungsregister (FAER).

    Es ist wichtig, zwischen Verjährung (einem juristischen Konzept aus dem Straf- und Zivilrecht, das die Verfolgbarkeit von Taten beendet) und der Tilgung zu differenzieren. Die Tilgung bedeutet, dass eine begangene Tat nach Ablauf einer bestimmten Frist aus dem Register gelöscht wird und dir von der Fahrerlaubnisbehörde nicht mehr vorgehalten werden darf.

    Klarstellung: Das, was umgangssprachlich als "MPU-Verjährung" bezeichnet wird, ist juristisch gesehen die Tilgung der zugrundeliegenden Eintragung (z.B. der Trunkenheitsfahrt), die ursprünglich zur MPU-Anordnung geführt hat.

    Tilgungsfristen im Detail

    AnlassTilgungsfristRechtsgrundlage
    Geringfügige Verstöße (Punkte)5 Jahre§29 Abs. 1 Nr. 1 StVG
    Alkohol/Drogen (erstmalig)10 Jahre§29 Abs. 1 Nr. 2 StVG
    Schwere oder wiederholte Taten15 Jahre§29 Abs. 1 Nr. 3 StVG

    Diese Staffelung existiert, weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass von schwereren Taten eine länger anhaltende Gefahr für die Verkehrssicherheit ausgeht. Über die genaue Einstufung und die damit verbundene Frist entscheidet die Schwere deines Delikts, das im Fahreignungsregister eingetragen wurde. Die 15-Jahres-Frist ist dabei die absolute Maximalfrist.

    Wann beginnt die Tilgungsfrist?

    Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Frist automatisch am Tag der Tat beginnt. Das ist falsch. Die Tilgungsfrist beginnt rechtlich erst mit der Vollziehbarkeit der Entscheidung (z.B. Rechtskraft des Urteils) oder nach Abschluss aller Maßnahmen.

    1. Bei Bußgeldverfahren

    Wenn du einen Bußgeldbescheid erhalten hast (z.B. wegen einer Drogenfahrt nach §24a StVG), beginnt die Tilgungsfrist mit dem Tag, an dem dieser Bescheid rechtskräftig wird.

    2. Bei strafrechtlicher Verurteilung

    Wurde dir die Fahrerlaubnis gerichtlich entzogen (z.B. wegen Trunkenheit im Verkehr nach §316 StGB), beginnt die Frist mit dem Tag der Rechtskraft des Urteils.

    3. Bei MPU-Anordnung ohne neue Tat

    Wichtig: Die Aufforderung der Behörde, ein MPU-Gutachten beizubringen, ist lediglich eine Maßnahme zur Sachverhaltsaufklärung. Die Anordnung selbst löst keine neue Tilgungsfrist aus.

    Der Sonderfall Überliegefrist

    Nach §29 Abs. 6 StVG werden Einträge nach Ablauf der Tilgungsfrist nicht sofort gelöscht, sondern verbleiben für ein weiteres Jahr in der sogenannten Überliegefrist im Register. In dieser Zeit dürfen die Daten noch verwendet werden, falls in der Zwischenzeit eine neue Tat begangen wurde, die noch nicht eingetragen war.

    Praktische Bedeutung für dich: Erst nach Ablauf der Tilgungsfrist plus diesem einen Jahr Überliegefrist bist du rechtlich wieder ein "unbescholtener Erstantragsteller" und kannst deinen Führerschein ohne MPU neu beantragen.

    Was du jetzt tun kannst – 3 Wege zurück zum Führerschein

    1. Auf die Tilgung warten

    Du kannst die 10 oder 15 Jahre plus Überliegefrist aussitzen und danach einen Neuantrag stellen. Das Risiko: Du verlierst wertvolle Lebenszeit.

    Mehr zu den Fristen

    2. MPU jetzt absolvieren

    Der schnellste Weg zurück zur Mobilität. Mit einer soliden, verkehrspsychologischen Vorbereitung kannst du die MPU erfolgreich bestehen.

    Zur MPU-Vorbereitung

    3. Anwaltliche Prüfung

    Wenn du die Frist zur Vorlage verpasst hast oder Bescheide unklar sind, kann ein Fachanwalt für Verkehrsrecht die Akte prüfen.

    Frist nicht eingehalten?

    Häufige Fragen zur MPU-Verjährung

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